Julius Bockelt widmet sich in seinen Arbeiten Phänomenen aus Natur und Physik. Aus seinen intensiven Beobachtungen entwickelt er Methoden, um die meist ephemeren Vorgänge festzuhalten und in seiner künstlerischen Arbeit nachzuvollziehen. Er zeichnet Schwingungen, macht Seifenblasen haltbar und fotografiert Wolkenformationen. Der Ursprung seiner künstlerischen Praxis liegt dabei in der Musik – genauer in der Überlagerung von Klängen und den dadurch entstehenden Interferenzen.
Die Einzelausstellung „Blaues Rauschen“ versammelt diesen Kosmos des künstlerischen Schaffens in einer konzentrierten Präsentation von Zeichnungen, Wolkenstudien, Seifenblasen sowie Sound. Zwischen den Werkgruppen entfalten sich Resonanzräume eines übergeordneten Gedankens – eine Erzählung über Wahrnehmung, Vergänglichkeit und der Suche nach Erkenntnis.
In Bockelts Zeichnungen entspricht jedes freihand gezeichnetes Linienset einem einfachen Sinuston. Durch die Überlagerung vieler Liniensets entstehen komplexe Zeichnungen, die als Notation eines gleichermaßen komplexen Klanges zu lesen sind. Die Vielzahl möglicher zeichnerischer Variationen erscheint nahezu unbegrenzt; es entstehen optisches Flirren, Moiré-Effekte und räumliche Irritationen. Charakteristisch ist ein Moment der Auflösung – dort, wo sich die Raster lichten, vergleichbar mit dem Fade-out einzelner Töne.
Dieses Prinzip zeigt sich auch in anderen Werkgruppen: Wolken lösen sich in seinen fotografischen Beobachtungen langsam auf und seine Seifenblasen zerfallen in schimmernde Häute. Bockelt ruft das Thema der Vergänglichkeit auf und stellt es zur Schau. Er verlängert die Lebensdauer der Seifenblase, indem er ihre chemische Zusammensetzung verändert und ihre Umgebung für das Überleben anpasst. Eine Videoinstallation zeigt, wie er die fragilen Gebilde in der Schwebe hält und elektrostatisch zu Trichtern, Kegeln oder fadenartigen Formen modelliert, die das Umgebungslicht vielfach spiegeln.
Einblicke in sein Wolkenarchiv mit über 50.000 Fotografien verweisen auf seine langjährige und akribische Praxis als „Cloudspotter“ in Frankfurt und Umgebung. Für Bockelt besitzen Wolken eine Stimmung, die eng mit der Stimmung seiner Instrumente verbunden ist. Dafür experimentiert er seit Jahren mit den natürlichen Fehlern seiner Keyboards und schließt diese durch Stromunterbrechungen kurz. In der Ausstellung wird erlebbar: Der Kontrast zwischen diesen brutalen Klängen und dem schwebenden Ton seiner Stimme oder der feinen Schwingung eines Intervalls könnte kaum größer sein – und dennoch stehen sie in engem Zusammenhang und entwickeln sich, genauso wie seine Zeichnungen, Fotografien und Experimente aus der künstlerischen Suche nach Erkenntnis.
WO Goldstein Galerie, Schweizer Str. 84, Frankfurt am Main ERÖFFNUNG Freitag, 27. März 2026, 19 Uhr LAUFZEIT 28. März – 9. Mai 2026 ÖFFNUNGSZEITEN Do – Sa, 14 – 18 Uhr
28. März – 9. Mai 2026
Julius Bockelt widmet sich in seinen Arbeiten Phänomenen aus Natur und Physik. Aus seinen intensiven Beobachtungen entwickelt er Methoden, um die meist ephemeren Vorgänge festzuhalten und in seiner künstlerischen Arbeit nachzuvollziehen. Er zeichnet Schwingungen, macht Seifenblasen haltbar und fotografiert Wolkenformationen. Der Ursprung seiner künstlerischen Praxis liegt dabei in der Musik – genauer in der Überlagerung von Klängen und den dadurch entstehenden Interferenzen.
Die Einzelausstellung „Blaues Rauschen“ versammelt diesen Kosmos des künstlerischen Schaffens in einer konzentrierten Präsentation von Zeichnungen, Wolkenstudien, Seifenblasen sowie Sound. Zwischen den Werkgruppen entfalten sich Resonanzräume eines übergeordneten Gedankens – eine Erzählung über Wahrnehmung, Vergänglichkeit und der Suche nach Erkenntnis.
In Bockelts Zeichnungen entspricht jedes freihand gezeichnetes Linienset einem einfachen Sinuston. Durch die Überlagerung vieler Liniensets entstehen komplexe Zeichnungen, die als Notation eines gleichermaßen komplexen Klanges zu lesen sind. Die Vielzahl möglicher zeichnerischer Variationen erscheint nahezu unbegrenzt; es entstehen optisches Flirren, Moiré-Effekte und räumliche Irritationen. Charakteristisch ist ein Moment der Auflösung – dort, wo sich die Raster lichten, vergleichbar mit dem Fade-out einzelner Töne.
Dieses Prinzip zeigt sich auch in anderen Werkgruppen: Wolken lösen sich in seinen fotografischen Beobachtungen langsam auf und seine Seifenblasen zerfallen in schimmernde Häute. Bockelt ruft das Thema der Vergänglichkeit auf und stellt es zur Schau. Er verlängert die Lebensdauer der Seifenblase, indem er ihre chemische Zusammensetzung verändert und ihre Umgebung für das Überleben anpasst. Eine Videoinstallation zeigt, wie er die fragilen Gebilde in der Schwebe hält und elektrostatisch zu Trichtern, Kegeln oder fadenartigen Formen modelliert, die das Umgebungslicht vielfach spiegeln.
Einblicke in sein Wolkenarchiv mit über 50.000 Fotografien verweisen auf seine langjährige und akribische Praxis als „Cloudspotter“ in Frankfurt und Umgebung. Für Bockelt besitzen Wolken eine Stimmung, die eng mit der Stimmung seiner Instrumente verbunden ist. Dafür experimentiert er seit Jahren mit den natürlichen Fehlern seiner Keyboards und schließt diese durch Stromunterbrechungen kurz. In der Ausstellung wird erlebbar: Der Kontrast zwischen diesen brutalen Klängen und dem schwebenden Ton seiner Stimme oder der feinen Schwingung eines Intervalls könnte kaum größer sein – und dennoch stehen sie in engem Zusammenhang und entwickeln sich, genauso wie seine Zeichnungen, Fotografien und Experimente aus der künstlerischen Suche nach Erkenntnis.
WO Goldstein Galerie, Schweizer Str. 84, Frankfurt am Main
ERÖFFNUNG Freitag, 27. März 2026, 19 Uhr
LAUFZEIT 28. März – 9. Mai 2026
ÖFFNUNGSZEITEN Do – Sa, 14 – 18 Uhr