Neugestaltung der Marienkirche Aulhausen

durch das Atelier Goldstein
2009 - 2015

Auftraggeber
Dr. Dr. Caspar Söling, Geschäftsführer Sankt Vincenzstift in Kooperation mit Atelier Goldstein

Sanierung
Architekturbüro Stephan Dreier

Projektleitung Neugestaltung
Melanie Schmitt

Künstlerische Leitung und Gesamtgestaltung
Melanie Schmitt und Sven Fritz

 

2009 beauftragte Dr. Dr. Söling (Geschäftsführer St. Vincenzstift) das Atelier Goldstein mit der Neugestaltung der Marienkirche. Die Spiritualität der aus dem frühen 13. Jahrhundert stammenden Zisterzienserinnenkirche sollte mit einer zeitgenössischen künstlerischen Gestaltung wieder entdeckt werden. Die Neugestaltung der Marienkirche stellt sich im Sinne der Zisterzienser in den Dienst der Einfachheit und entfacht zugleich eine dynamisierende Wechselwirkung. Die Künstler des Atelier Goldstein haben Einzigartiges geschaffen: Sie haben den Glauben an den Glauben wieder aufleben lassen, indem sie die Leitgedanken der katholischen Glaubenslehre in ihren Ideen und ihrer Formsprache aufgehen lassen. Die Botschaft der Kirche wird in diesen Werken wieder präsent.

Rundgang durch die Kirche

Die Fenster von Andreas Skorupa zur Dreifaltigkeit /Unbegreiflichkeit Gottes und Schöpfung an der Westseite sowie der Zyklus Hoffnung auf Vollendung in der Apsis der Marienkirche symbolisieren den Anfang und das Ende. Der Betrachter betritt im Angesicht der Dreifaltigkeit und der Schöpfungsgeschichte (Flora und Fauna) den Kirchenraum und endet in der Auferstehung, umringt von der Vollendeten Schöpfung, Maria Magdalena und dem ungläubigen Thomas. Auf dem Weg dahin schreitet er über den Engelsflügel von Birgit Ziegert, einer Bodenintarsie aus Neusilber. Rechts und links begegnet er von den Schifffenstern ausgehend grundlegenden Themen wie u.a. Zeit, Glaube, Liebe, Leid und Göttlicher Vergebung. Die Fenster der Goldsteinkünstler Bockelt, Schmitz, Skorupa, Ziegert und Franz von Saalfeld thematisieren Fragen, die den Menschen zu jeder Zeit beschäftigten. Ein Ort zum Innehalten bietet die Mariennische von Markus Schmitz aus Natursteinkalk unterhalb der rechten Seitenschifffenster. Im Chorraum der Kirche stößt der Betrachter auf den Altar und Ambo von Stefan Häfner. Dahinter baut sich monumental die 2,80 m hohe Christusfigur aus Eichenholz von Julius Bocklet auf. Ein aufrecht stehender Mensch mit ausgebreiteten Armen, dessen Korpus alleine das Symbol des Kreuzes widerspiegelt. Rechts vom Chor abgehend gelangt man in die Seitenkapelle der Marienkirche. Die von Julia Krause-Harder hergestellte Textilarbeit mit einem Zitat von Bernhard von Clairvaux trennt den sakralen vom profanen Raum.