Unmengen von Räumen
und Funktionsbereichen teilen sich eine Geschossebene. Detailliert
durchmöbliert, farbig angelegt und mit Glühlämpchen
verkabelt werden sie schließlich mit einem Brandschutzkasten
gesichert. Unwiederbringlich wird das vollendete Geschoss mit
einer Decke geschlossen. Das nächste Geschoss wird darauf
gesetzt und kragt vielleicht etwas weiter aus als das darunter
liegende. Stetig wächst ein räumlicher Organismus farbiger
Zellen, auf ingeniöse Weise zum Tragen gebracht. Wären
Stefan Häfner nicht physische Grenzen durch die Reichweite
seiner Arme gesetzt, wäre „Die Zukunftsstadt“
noch höher. Würden nicht Türöffnungen einem
Transport im Wege stehen, wäre sie noch breiter und länger.
Das Gebilde wuchert, und das seit bereits fünf Jahren. Ein
erster Baukörper - „Das Wohnhaus“ - ist auf Pilotis
aufgeständert im Stil der klassischen Moderne, unterfahren
von einer Straßenbahn und über Aufzüge mit der
Straße verbunden. Der zweite Baukörper - „Die
Fabrik“ - bietet Arbeitsplätze für seine Bewohner.
Stockwerksweise aufgereiht sind Maschinen hier. Der dritte Baukörper
– „Die Feuerwehr“ – dient der Sicherheit
der Bewohner und bietet auch eine schwebend leichte Cafeteria
(siehe Buchumschlag) und ein Schwimmbad auf dem Dachgarten. Derzeit
wird emsig am nächsten Baukörper – „Das
Krankenhaus“ – weitergearbeitet. Stefan Häfner
plant und konstruiert, fügt und montiert wie ein Architekt.
Seine Baustelle ist zwar vom Maßstab her nur ein Modell,
aber dieses Modell ist nicht als Vorstufe einer späteren
Realisierung gedacht. Der Modellbaukünstler lebt mit seiner
ganzen Phantasie in ihr und für sie. Er kennt jeden Raum
und jeden Gegenstand darin, alles folgt seiner sinnvollen Anordnung.
Über die Funktionszusammenhänge des gesamten Organismus
kann er stundenlang dozieren, und er genießt es, „Die
Zukunftsstadt“ auszustellen, um die Zuschauer in seine Welt
einzuführen. „Wir müssen daran denken, dass wir
nicht nur Häuser bauen, sondern eine Welt“, war das
Leitmotiv von Roland Rainer, Altmeister der österreichischen
Architektur. Stefan Häfner ist dabei.
„Die Zukunftsstadt“ gehört inzwischen
zur Sammlung des DAM. Die Kuratoren der Ausstellung sind Melanie
Schmidt und Stefan Kalweit (Atelier Goldstein) und Peter Cachola
Schmal (DAM). Das Atelier Goldstein ist eine Einrichtung der Lebenshilfe
e.V. Frankfurt am Main. Zur Ausstellung erscheint die 64-seitige
Publikation "Atelier
Goldstein" , herausgegeben von Peter Cachola Schmal,
mit Beiträgen von Christiane Cuticchio, Thomas Heimer, Natalie
de Ligt und Selbermann/Christine Vaternahm und gestaltet von Karin
Schmidt, Freiburg.
Sie kostet im DAM 10,- Euro.
Die Ausstellung und die Herstellung der Publikation
wurden gefördert von Nassauische Heimstätte.
Zur Ausstellungseröffnung am 20.05.2005 sprachen:
Ingeborg Flagge, Direktorin DAM
Peter Cachola Schmal, Kurator DAM
Stephan Hau, Sigmund-Freud-Institut Frankfurt,
Universität Lingköping:
Innenwelten
— Außenwelten. Über die Entdeckung von Traumwelten
und deren Verschwinden (Word-Datei, 45 KB)
Für Musik sorgten DJ Yook und DJ
Helix vom Club Kiew
Presseecho
Frankfurter
Rundschau vom 31. Mai 2005 (PDF-Datei, 184 KB)
Frankfurter
Neue Presse vom 30. Mai 2005 (Word-Datei, 31 KB)
FAZ
vom 20. Mai 2005 (PDF-Datei, 393 KB)
Jan Rinke über die Ausstellungen Stefan Häfner und
Kisho Kurokawa, deutsch
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